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Raif Toma Newbie


Anmeldung: 10.11.2006 Beiträge: 32

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Mit diesem Beitrag will ich auf die Wichtigkeit und die Notwendigkeit der politischen
Bildung bei der Jugend und jungen Erwachsene eingehen. Dabei will ich die Wirkung
politischer Bildung vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung auf den
Aufklärungsprozess und im Rahmen der Nationalbewegung unseres Volkes verdeutlichen.
Bevor ich mit dem Thema beginne, möchte die Feststellung herausheben, dass die Bildung
und Aufklärung für das Engagement junger Erwachsener in den gesellschaftlichen
Institutionen sehr wichtig sind. Die Notwendigkeit einer aufgeklärten Jugend ist für die
Nationalbewegung unseres Volkes und für den Veränderungsprozess auf gesellschaftlicher
Ebene von der Mehrheit unbestreitbar.
Es stellt sich nun die Frage, bei wem bzw. worin liegt die Bildungsaufgabe?
Wenn wir uns diese Frage stellen, so stellen wir uns gleichzeitig die Frage, welche
gesellschaftlichen Akteure sind es, die in der Lage sind, dies zu tun?
Bei der Überlegung um diese Frage, stelle ich persönlich fest, wie wichtig die
Zusammenarbeit unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure ist, die mit dieser Zielgruppe
bzw. an deren politischen Bildung arbeiten.
Wenn es um die schulische Bildung geht, so liegt die Verantwortung bei dem jeweiligen
Staat bzw. in Deutschland bei den Bundsländern.
Der Syrisch-orthodoxe Religionsunterricht in Deutschland hilft bei der religiösen Bildung von
Schülern und zu einem kleinen Teil auch der Förderung der Syrischen Sprache; jedoch nur für
einen Teil des Volkes mit der Zugehörigkeit zur syrisch-orthodoxen Konfession. Die
Privatschule war in der Heimat ein wichtiger Teil der Bildung und bot
konfessionsübergreifend oft eine qualitativ bessere schulische Ausbildung als die staatlichen
Schulen. In der Diaspora wird zwar darüber diskutiert, doch noch gibt es andere
gesellschaftliche Prioritäten und Schwerpunkte für die gesellschaftlichen Akteure, die sich mit
der schulischen Bildung beschäftigen, bzw. als Träger in Frage kommen könnten. In
Schweden konnte ein Projekt solcher Art verwirklicht werden, über dessen Erfolg können wir
jedoch erst in einigen Jahren sprechen. Ich stelle oft die Auswirkung der sozialen
Ungleichheit und Herkunft auf die Hochschulbildung junger Erwachsener fest.
Wenn wir jedoch die politische Bildung analysieren, stellt sich die Frage der Legitimität der
politischen Bildung außerhalb des jeweils geltenden politischen Systems, bzw. außerhalb der
Schule und der Hochschule. Diese ist eher juristisch zu stellen, und ich vermag nicht diese zur
Zeit zu beantworten.
Die Ziele der politischen Bildung liegen meines Erachtens, in der Vermittlung von
politischem Wissen und analytischem Denken sowie in der Unterstützung zur eigenen und
selbständigen Bildung von Meinungen (gegebenenfalls auch kritische) und das Fällen von
Urteilen zu diversen gesellschaftlichen und politischen Themen und die gesellschaftliche
Partizipation von der Mitwirkung von Poltischgebildeten an politischen
und gesellschaftspolitischen Prozessen.
Vordringlich sehe ich die Aufgabe der politischen Bildung unserer Volksgruppe, in der
umfassenden Information junger Menschen über Ihre Herkunft, ihre nationale Zugehörigkeit,
die Bedeutung unserer nationalen Identität, sowie gezielt das Nationalbewusstsein gesund zu
erwecken – jedoch ohne Hass und Extremismus. Ich plädiere hier für einen Patriotismus im
mesopotamischen Sinne als Liebe zur Heimat, zum Volk, zur Sprache und Tradition. Deshalb
bewerte ich die Festigung des demokratischen Umgangs und des demokratischen und
freiheitlichen Denkens als unvermeidbar. Anders stelle ich persönlich die moralische
Legitimität dieser Veranstaltungen in Frage.
Ein weiteres Ziel soll sein, der Skepsis gegenüber Verbänden und politischen und
Organisationen entgegenzuwirken. Denn nur wenn diese ihrer Verantwortung gerecht
werden, können wir es schaffen, dass extremistische politische und religiöse Gedanken bei
jungen Menschen vermieden werden. Zur Verwirklichung von gemeinsamen
gesamtgesellschaftlichen Projekten in der Jugendbildung arbeiten ist die Zusammenarbeit
dieser Organisationen unvermeidbar.
Dies soll nicht heißen, dass die politische Bildung ausschließlich den engagierten
jugendlichen und jungen Erwachsenen anzubieten ist, sondern auch den Distanzierten,
Enttäuschten, Designierten und auch Suchenden, damit diese auch eine Zugang zum sozialen
Engagement finden, bzw. zur Verbreitung der politischen Meinungsbildung und des
kritischen Blicks beitragen.
Die Motivation zur Teilnahme an Vorträgen und Seminare zur politischen Bildung sowie die
Motivation zur Teilnahme an Vereins- und Verbandsaktivitäten mit politischen bzw.
aufklärerischen Aufgaben ist ein wichtiger Bestandteil der jeweiligen Institutionen, doch die
Ausführung dieser Veranstaltungen ist eine große Verantwortung, die über deren Organisation
und das Festlegen der Thematik und des Referierens hinausgeht.
Raif Toma
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